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Good vibes statt mausgrau

Wer wie ich im Norden Deutschlands wohnt, der kennt sich mit Regen aus.

foto: pixaby

Niesel- oder Bindfaden-Regen, Wolkenbruch oder auch gern der „es regnet sich ein“-Regen, oft kombiniert mit dunklen Wolken, die keinen einzigen Strahl der heiß ersehnten Sonne durchlässt.

In diesen Zeiten fällt es schwer, optimistisch und ausgeglichen zu bleiben. Um mit den Worten des jungen Hape Kerkelings zu sagen: „Da wird man ja sowas von trübsinnig!“ (aus dem wundervollen Film „Der Junge muss mal an die frische Luft“). 

In den Zeiten zwischen November und März (oder in unserem Falle nun Mai!) fehlt uns das wichtige Tageslicht und das frische Grün der Natur, um unser Glückshormon Serotonin zu produzieren. Das kann zu Abgeschlagenheit, Müdigkeit und depressiven Verstimmungen führen. 

Nun kann man durchaus in Betracht ziehen, im Winter in die Sonne zu reisen. In diesen Zeiten natürlich keine Option, aber auch außerhalb davon nicht für alle und immer machbar. Da kommt Frust auf.

Was also tun?

Füll deine Vitaminreserven auf

Wenig Licht kann zu Vitamin D-Mangel führen, der schlapp und depressiv macht. Überprüfe deinen Vitaminhaushalt bei deinem Arzt oder mittels frei verkäuflichen Tests und fülle ihn mit Vitamin D-Präparaten wieder auf. Meist hat die trübe Stimmung damit schon ein Ende. Auch Tageslichtlampen können eine Abhilfe sein.

foto: mabel amber

Gehe auch an bedeckten Tagen raus

Bewegung an der frischen Luft hat gleich mehrere Aspekte.

Es werden Hormone ausgeschüttet, die wach und ausgeglichen machen. Wenn du deine Haut zusätzlich noch für gute 10 Minuten der Sonne aussetzt, wird körpereigenes Vitamin D gebildet. Und zuletzt durchbrichst du die Schleife der Trübsinnigkeit, siehst andere Dinge oder triffst Menschen. 

Komm in Bewegung

Gerade dies scheint manchmal unüberwindbar. Irgendwie sitzt im Sofa oder Bett einen derart starker Magnet, der uns nur mit Mühe zur Toilette hochkommen lässt. Aber gerade das befeuert den Kreislauf der Trübsinnigkeit. Unser Körper ist in einer starren Haltung gefangen und der Kopf spielt das immer wieder kehrende Lied der Depression.

Steh auf! Bewege dich in deinem Zuhause. Putze oder räume auf.

Körperhaltungen haben immer einen Effekt auf die Psyche. Nutze das.

  • Stelle dich hüftbreit hin und strecke die Arme in Siegerpose lang ausgestreckt über deinen Kopf aus. Halte diese Position eine Minute und atme ruhig ein und aus.

  • Klopf dich frisch. Stelle dich hüftbreit hin und klopfe deinen Körper mit beiden flachen Händen ab. Vergiss die Rückseite und deine Flanken nicht. Deinen Kopf kannst du mit aufgestellten Fingern dynamisch massieren. Spüre dann nach.

  • Tanze. Durch das Tanzen wird Serotonin ausgeschüttet und nach einer gewissen Zeit tritt eine Erleichterung ein. Hier kommt es überhaupt nicht darauf an ob du gut aussiehst, sondern nur dass du dich gut fühlst. Lass dir und deinem Körper Zeit, in den Flow zu kommen und gönne dir mindestens 3 Songs. Du wirst es lieben!

Fake it till you make it!

Gaukle deinem Unterbewusstsein gute Laune vor. Dein System folgt immer dem, was deine Gedanken und deine Körperhaltung aussenden. Also ändere das!

Eine meiner Lieblingsübungen ist die „Grinsekatze„.

Foto: Nicolàs Borie Williams

Ziehe deine Mundwinkel nach oben und grinse breit von links nach rechts. Halte diese Übung für mindestens eine Minute. Um die Übung noch zu verstärken, kannst du dir ein lustiges Bild oder auch ein bezaubernd süßes Bild vor deine inneren Augen holen. Z.B.: ein herzhaft lachendes Kind oder eine tollpatschig lustige Situation.

All diese Übungen laufen nach diesem Muster „tue so lange als ob, bis du es spürst“ ab. Auch wenn es sich am Anfang vielleicht so gar nicht leicht und lustig anfühlt, mache es trotzdem. Das Gehirn erkennt keinen Unterschied zwischen realem und arrangiertem Gefühl. Mundwinkel nach oben, heißt lachen. Egal wie es entsteht.

Hole dir die Sonne ins Haus

Ganz im Sinne vom Vorgaukeln kannst du deine Aufmerksamkeit auch auf erhellende und schöne Dinge richten.

Wie wäre es, den Sommerurlaub zu planen? Filme und Videos über schöne Reiseziele sind nicht nur informativ, sondern machen auch Lust auf Sommer und aufs Reisen. Oder du gestaltest ein schönes Fotoalbum mit deinen Erinnerungen an deinen letzten Urlaub.

Foto: Steve Buisinne

Umgebe dich mit schönen Düften. Genauso wie visuelle Reize Bilder in uns entstehen lassen können, haben auch Düfte diesen Effekt. Gibt es einen Duft, der dich an den Frühling oder Sommer erinnert? Für mich ist das der Duft von Kokosöl, Sonnencreme und Orange. Diese Düfte lassen sich als ätherische Öle wunderbar über eine Duftlampe ins Haus holen. Ich gehe noch einen Schritt weiter und creme mich etwas mit Sonnenmilch ein…und schon sitze ich gedanklich im Liegestuhl am Strand.

Spiele deine Happy-Songs. Mache dir eine Playlist mit deiner Guten-Laune-Musik. Unterbewusst wird sofort eine Verknüpfung im Gehirn zum guten Gefühl genutzt. Noch besser: singe mit! Beim Singen werden Stresshormone abgebaut und Wohlfühlhormone ausgeschüttet (das ist auch der Grund, warum kleine Kinder bei Angst häufig anfangen zu singen).

 

Dies waren einige meiner Lieblings-Tipps. Ich hoffe, sie haben dir gefallen und dir geholfen.

Natürlich gibt es auch viele andere wichtige und gute Methoden, die ich hier nicht mit aufgeführt habe, wie Achtsamkeitstechniken, ausgewogene Ernährung und Sport. 

Bei einer klinischen Depressionen können diese Hinweise allerdings nur als Begleitung einer ärztlichen Therapie gesehen werden. Dann bespreche dich mit deinem Arzt.

Welche Tricks wendest du gegen Stimmungstiefs an? Schreibe mit gern in die Kommentare.

Alles Liebe, deine Anneke